Rucksack Tasmanian Tiger Mission Bag

Ich hatte schon den einen oder anderen Rucksack in Gebrauch. Mit manchen war ich zufrieden, mit anderen weniger. So hatte ich lange Zeit einen klassischen Bundeswehrrucksack im Einsatz. Im Grunde war er ganz Ok und hat mich viele Jahre begleitet.

Allerdings war er nicht wasserabweisend, recht schwer und auch nicht wirklich groß genug für längere Unternehmungen. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn mein Gepäck außen am Rucksack baumelt, weil innen kein Platz mehr war. Das ist sehr schlecht für das Gleichgewicht und eine Möglichkeit, irgendwo hängen zu bleiben. Beides stellt eine große Gefahr da, wenn man im schwierigem Gelände unterwegs ist, wie beispielsweise im Gebirge oder am Wasser oder irgendwo nachts. Unterschätzen darf man auch nicht, dass länger anhaltender Regen den kompletten Inhalt schnell durchnässen kann und manche Gegenstände unbedingt vor Nässe geschützt werden müssen: Kleidung, Nahrungsmittel oder auch das Material zum Feuer machen etwa.

Ich hatte die Auswahl zwischen dem Trekking-Rucksack AirContact von Deuter, dem Berghaus Freeflow III 30+10 und dem Tasmanian Tiger Mission Bag. Da es den Stiftung-Warentest-Sieger Freeflow III nicht mehr auf dem Markt gibt, entschied ich mich für den Mission Bag. Tasmanian Tiger ist eine Tochter von Tatonka, einem deutschen Hersteller von Outdoor-Equipment aus Dasing. Während Tatonka den Markt für Privatkonsumenten bedient, hat sich Tasmanian Tiger als Spezialist für Einsatzkräfte wie Mediziner, Polizisten oder Soldaten positioniert. Man kann ihre Produkte aber ganz normal im Handel kaufen.

Der TT Mission Bag ist ein sehr robuster Rucksack

Der Rucksack ist dann auch tatsächlich sehr robust und gut verarbeitet. Die meisten Nähte sind doppelt gezogen und die wichtigen an den Riemen und Halteschlaufen sogar drei- bis vierfach vernäht. Nach mehreren Jahren im Einsatz habe ich zwar beim Aufschultern von über 15 Kilo schon mal ein leichtes Reißen der Naht gehört, aber es hat sich noch nie eine Stelle gelöst oder gar ein Riemen verabschiedet oder so. Das Material besteht aus Cordura 700 DEN und bildet einen Kompromiss zwischen dem reißfesten 1000er DEN und dem leichten 500er. Beim Anfassen fühlt sich das Material zäh und hart und kühl an. Das vertraute Gefühl wie bei Baumwolle oder Leder fehlt völlig. Allerdings erfüllt das Material seinen Zweck. Es ist stark wasserabweisend, wodurch ich bei leichtem Nieselregen noch eine ganze Weile weiterlaufen kann. Wenn es länger oder stärker regnet, benutze ich die Regenhülle, die im Boden des Rucksacks verstaut ist. Sie ist groß genug, um ein Zelt auf der einen und die Isomatte auf der anderen, sowie einen dicken Wollpulli auf der vorderen Seite zu umhüllen. Und es bleibt in der Tat auch alles trocken.


Die 37 Liter Inhalt sind deutlich mehr als bei meinem alten Rucksack und für Ein- bis Dreitages-Touren auch völlig ausreichend. Es gibt zwei Hauptfächer, die mit dicken Reißverschlüssen fast bis zum Boden geöffnet werden können. Auch nach mehreren Jahren und zehntägigen Touren mit überfülltem Inhalt und ständigem Öffnen und Schließen und Stopfen halten die Reißverschlüsse wie am ersten Tag. Ein großes Lob dafür, denn da habe ich schon ganz andere Sachen erlebt. Wie man bei manchen Produkten am Reißverschluss sparen kann habe ich noch nie verstanden. Innen sind die Hauptkammern nochmals mit Fächern ausgestattet, die einem bei der Organisation des Inhaltes helfen. Am Rücken gibt es ein Fach mit einer ergonomischen Aluschiene und einer Styroporplatte drin. Diese soll den Rücken des Rucksacks stabilisieren und in Form halten, was auch ganz gut funktioniert. Ultraleichtgewicht-Fanatiker könnten diese aber auch entfernen. Generell habe ich beim Tragen ein ganz angenehmes Gefühl auf dem Rücken. Das Belüftungssystem hilft dabei, dass man nicht zu viel schwitzt bzw. die Nässe sich nicht staut. Kombiniert mit den richtigen Klamotten hat man ein sehr angenehmes Tragegefühl. Die Schultergurte sind schön breit und gepolstert und lassen sich einfach verstellen.

Aber auch der Mission Bag ist nicht perfekt

Allerdings ist der Beckengurt leider viel zu schmal und zu kurz. Mir fiel es jedenfalls sehr schwer, den Rucksack am Becken zu fixieren. Dauernd ist er verrutscht und hat sich verstellt. Das ist schon ein großer Minuspunkt, denn bei modernen Rucksäcken wird die Traglast vom Becken übernommen. Hierzu muss der Rucksack perfekt eingestellt werden. Wenn das nicht klappt, ist der ganze Sinn und Zweck hinüber. Ein weiteres Manko ist die Form des Rucksacks. Er ist so konzipiert, dass er bei vollem Inhalt sich nach hinten raus wölbt und nicht nach oben oder in die Seiten. Gewicht, das weiter weg von der Körpermitte liegt, lässt sich umso schwerer tragen. Außerdem sieht man mit dem vollen
Paket in schwarz dann wirklich monströs aus. Wie ein riesiger Mistkäfer etwa. Das hat mir gar nicht gut gefallen, aber es ist nicht wirklich die Schuld des Herstellers. Ich denke im militärischen Bereich sind andere Anforderungen zu erfüllen und man muss den Rucksack ja nicht so voll machen wie ich. Übrigens sind die 37 Liter Inhalt gar nicht so viel, verglichen mit 50 + mehr bei modernen Trekkingrucksäcken die allerdings in die Höhe wachsen. Wenn man Schlafsack, Wasserflasche und Jacke in den Mission Bag reingestopft hat, passt nicht mehr wirklich viel rein. Eine Alternative wäre es, ein Trinksystem zu benutzen, wofür ein Fach mit entsprechenden wasserdichten Öffnungen vorgesehen ist. Aber das geht mir zu weit.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass dies ein sehr guter Rucksack ist. Er ist hart im nehmen, stabil, ausdauernd und wasserabweisend. Man kriegt ihn nicht kaputt. Allerdings ist er bei größeren Packgewichten überfordert, insbesondere wegen der Form und wegen der Beckengurte. Wenn man jedoch unter 10-15 Kilo bleibt und kein Zelt oder ähnliches mitnehmen muss und nicht länger als drei Tage unterwegs ist, dann funktioniert es mit dem Mission Bag hervorragend und man kann ihm blind vertrauen.

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Weitere interessante Links:
Cordura-Infos
Wie Reiseprofis ihre Rucksäcke packen
Tasmanian Tiger – Herstellerseite

2 Gedanken zu „Rucksack Tasmanian Tiger Mission Bag

  1. Zum Thema Beckengurt: Bei Militärrucksäcken, vor allen den kleineren, haben die Beckengurte hauptsächlich die Aufgabe den Rucksack am schlingern zu hindern. Eine Lastübertragung ist häufig nicht vorgesehen, da der Rucksack über einer Weste oder einem Plattenträger getragen wird und deshalb der Einsatz eines richtigen Beckengurtes nur schwer möglich ist.

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