Hobo Kocher Kaffee

Hobo Kocher: Möge Der Kamineffekt Mit Dir Sein!

In diesem Beitrag stelle ich Dir einige sehr praktische Möglichkeiten vor, wie Du unterwegs schnell und einfach ein Feuer zum Kochen und Wärmen machen kannst. Ich beschreibe meine Erfahrungen mit verschiedenen Kochern und wie ich sie am liebsten einsetze.

Ohne Feuer fehlt Dir etwas beim Bushcraften

Wir Bushcrafter lieben es, Feuer zu machen. Und für viele von uns ist der vorläufige Höhepunkt unseres Trips erreicht, wenn das erste Feuerchen brennt. Warmes Essen und ein heißer Kaffee rücken in greifbare Nähe.

Nun gibt es leider nicht überall fertige Feuerplätze und auch geeignetes Feuerholz ist nicht immer vorhanden. Aber genau für diese Fälle existieren verschiedene Lösungen. Neben Gas- und Benzinkochern, auf die ich heute gar nicht eingehen werde, gibt es sogenannte Brennöfen, die man mit Brennspiritus, Trockenstoff oder eben Holz betreiben kann. Eine besondere Form stellen dabei die Hobo Kocher dar. Der Name kommt von den amerikanischen Wanderarbeitern, Hobos, die zur Zeit der Weltwirtschaftskrise auf Güterzügen durch das Land zogen, und diese Konstruktionen zum kochen und wärmen verwendeten. Hobo Kocher zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch ihre Bauweise und die Anordnung ihrer Öffnungen im Brennraum durch den Kamineffekt eine Luftströmung erzeugen. Durch diese Strömung ist ein heißeres und schnelleres Abbrennen des Brennmaterials möglich. Dadurch erzeugen auch kleine, klappbare und handliche Kocher eine ordentliche Heizleistung mit geringer Brennstoffmenge auf engstem Raum.

Das ist für uns Bushcrafter beim Lagern und Campen natürlich sehr nützlich. Bitte denkt aber daran, Euch über die jeweiligen geltenden rechtlichen Bestimmungen zu informieren. Und vor allem, halter unbedingt sämtliche Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit (offenem) Feuer ein!

 

Halte Dir alle Möglichkeiten offen!

Ich werde Dir einige der angesprochenen Möglichkeiten vorstellen. Sehr gute Erfahrungen konnte ich beispielsweise mit der Bushbox von Bushcraft Essentials machen. Ich habe den Kauf keine Sekunde bereut und stelle Dir meine Erfahrungen damit in einem weiteren Beitrag vor.
Das ganze Thema Hobo Kocher ist sehr interessant und gemeinsam mit der Wahl des Brennstoffes auch recht komplex. Auf dieser Internetseite beispielsweise stellt der Betreiber Dutzende Bauformen mit allen Vor- und Nachteilen vor. Hier gibt es auch detaillierte Angaben über Brennverhalten verschiedener Hölzer (wow !) und hier findest Du eine Anleitungen für den Eigenbau. Außerdem kannst Du auch normale Gebrauchsgegenstände, beispielsweise vom IKEA, in praktische Hobo Kocher verwandeln:

 

Meine Lieblingskombination hängt von meinem Reiseziel und der Reisedauer ab. Wenn ich mehrere Tage unterwegs bin und ausreichend Holz voraussetzen kann, nehme ich immer meine Bushbox als Hobo Kocher mit. Damit bin ich maximal unabhängig von mitgebrachtem Brennstoff. Holz findet man in

Mitteleuropa immer und überall. Man muss nur tagsüber Holzstückchen und Äste bereits während der Wanderung sammeln. In den Innen- und Hosentaschen trocknet dann sogar feuchtes Holz durch die Körperwärme sehr gut durch. Und durch den Kamineffekt schafft ein guter Hobo Kocher sogar Holz mit einer gewissen Restfeuchte! Detailliertere Tipps und Tricks zum Feuerholz sammeln und Feuer machen, findest du in diesem Buch von Joe Vogel oder hier bei John ‚Lofty‘ Wiseman. Auch auf meiner Seite www.DasbesteZeug.de gibt es interessante Beiträge zum Thema.

Wie lange bist Du unterwegs?

Wenn meine Reise gar keine oder höchstens nur eine Übernachtung einschließt, spare ich mir manchmal das Holzfeuer und nehme meinen Trangia Spiritusbrenner oder Esbit-Tabletten mit. Beide können auch hervorragend mit einem Hobo Kocher betrieben werden. Für die Esbit-Tabletten kann man auch den passenden Taschenofen kaufen. Er ist einigen vielleicht noch von der Bundeswehr bekannt und ungemein kompakt und praktisch. (Für den Trangia gibt es ebenfalls einen Aufsatz.) Jedenfalls sind die Brennwürfel sehr leicht, zuverlässig und leicht einzuteilen. So kann ich auch bequem auf sie zurückgreifen, wenn ich meinen Tagestrip spontan verlängere. Im Gegensatz dazu nehme ich ungern eine Flasche Brennspiritus mit und der Vorrat im Trangia-Brenner reicht gerade für eine Mahlzeit oder zweimal Kaffee aufkochen. Deshalb kommt er meist nur bei Kurztrips für maximal einen Tag zum Einsatz. Dafür ist er jedoch super geeignet. Er ist bombenstabil, absolut dicht und erschütterungsfest. Außerdem ist das Handling sehr einfach und zuverlässig: Aufschrauben, anzünden und kurz warten, bis an den Düsen die bläuliche Flamme sichtbar wird. Dann kann es losgehen. Es gibt kaum Geruchsentwicklung, keinen Rauch und keinerlei Rückstände. Also eine sehr komfortable und saubere Sache. Zudem ist Brennspiritus überall sehr günstig zu bekommen.

Ein Hobo Kocher für jede Deiner Gelegenheiten

Die Brenner, die ich Dir vorgestellt habe, decken bei mir fast jede denkbare Möglichkeit ab. Sei es in der Notfalltasche, im Auto oder für den Stromausfall zu Hause, sie sind alle sehr leicht, klein und handlich. Für Bushcraft-Einsätze kannst Du sie je nach Jahreszeit, Wetter und Dauer des Trips individuell zusammenstellen und kombinieren.

Wenn Dich detailliertere Informationen über die verschiedenen Kocher und Brennstoffe interessieren, empfehle ich Dir meine Beiträge zur Bushbox, zum Trangia-Kocher und Esbitkocher.

Ansonsten bin ich mir sicher, dass Du Dir einigermaßen ein Bild davon machen kannst, welche Kombination für Deinen nächsten Ausflug in Frage kommt.

Jedenfalls wünsche ich viel Spaß und Gutes Gelingen!

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.